Geodaten enthalten Informationen, mit denen Sie sie auf der Erde verorten können. Diese Informationen sind Teil eines Koordinatensystems, das einen Referenzrahmen für die Daten bereitstellt, um Folgendes zu erreichen:
- Bestimmung der Position der einzelnen Features auf der Erde.
- Ausrichtung der Daten relativ zu anderen Daten für eine räumlich genaue Anzeige und Analyse.
- Hinzufügen und Bearbeiten der Daten.
Alle Geodaten in ArcGIS Online werden in einem horizontalen (X,Y) Koordinatensystem erstellt. Optional kann dieses ein vertikales (Z) Koordinatensystem enthalten. Die Einheiten der Koordinaten sind je nach Koordinatensystem unterschiedlich.
Eine Liste mit geographischen und vertikalen Koordinatensystemen, die von ArcGIS-Software unterstützt wird, finden Sie in der PDF mit Geographische und vertikale Koordinatensystemtabellen.
Horizontale Koordinatensysteme
Horizontale Koordinatensysteme verorten Daten auf der Oberfläche der Erde. Sie können geographisch oder projiziert sein.
Geographische Koordinatensysteme basieren auf einer dreidimensionalen ellipsoidförmigen oder sphäroidischen Oberfläche, und Positionen werden mithilfe von Winkelmessungen definiert, meist in Dezimalgrad (Längen- und Breitengrad als X- bzw. Y-Koordinaten). Die Position von Daten wird als positive oder negative Zahl ausgedrückt: positive X- und Y-Werte für nördlich vom Äquator und östlich vom Nullmeridian sowie negative Werte für südlich vom Äquator und westlich vom Nullmeridian.
Bei projizierten Koordinatensystemen handelt es sich um planare Systeme, bei denen für die Koordinaten lineare Messungen anstelle von Winkeleinheiten verwendet werden. Ein projiziertes Koordinatensystem besteht aus einem geographischen Koordinatensystem und einer Kartenprojektion sowie den entsprechenden Parameterwerten. Eine Kartenprojektion enthält mathematische Berechnungen, mit denen die geodätischen Winkelkoordinaten des geographischen Koordinatensystems in kartesische Koordinaten des planaren projizierten Koordinatensystems konvertiert werden.
Tipp:
Sie können die Liste projizierter Koordinatensysteme, die von ArcGIS unterstützt werden, herunterladen.

Vertikale Koordinatensysteme
Vertikale Koordinatensysteme stellen eine Referenz für Z-Koordinaten bereit, nämlich Maßangaben für die Höhe oder Tiefe von Features. Sie werden stets in linearen Einheiten, z. B. Meter oder Fuß, gemessen. Durch ein vertikales Koordinatensystem wird eine höhere Positionsgenauigkeit für Analyse- und Bearbeitungszwecke erreicht. Ein solches Koordinatensystem wird in ArcGIS Online jedoch nicht immer unterstützt oder bereitgestellt.
Vertikale Koordinatensysteme sind entweder schwerkraftabhängig oder ellipsoidförmig wie folgt:
- Schwerkraftabhängige vertikale Koordinatensysteme werden am häufigsten verwendet. Sie referenzieren häufig eine Berechnung der mittleren Meeresspiegelhöhe (bzw. werden in manchen Fällen aus der Lage eines einzelnen Punktes abgeleitet.)
- Ellipsoidförmige Koordinatensysteme beziehen sich auf eine mathematisch abgeleitete kugelförmige oder ellipsoide Oberfläche. Da diese mithilfe eines mathematischen Modells berechnet werden, sind ellipsoidförmige Koordinatensysteme einfacher aufgebaut als schwerkraftabhängige vertikale Koordinatensysteme, doch kann es darin insbesondere in Anwendungen mit sehr großen Maßstäben zu erheblichen Ungenauigkeiten kommen. Beispielsweise kann es bei der Verwendung eines ellipsoidförmigen vertikalen Koordinatensystems vorkommen, dass ein Wasserlauf auf einer Karte mit großem Maßstab scheinbar in eine andere Richtung fließt.
Wenn Sie ein ellipsoidförmiges vertikales Koordinatensystem verwenden, sollten Sie sicherstellen, dass es mit dem horizontalen geographischen Koordinatensystem übereinstimmt. Wenn die Höhe eines Z-Wertes beispielsweise in NAD 1983 definiert ist, dann muss das geographische Koordinatensystem oder das geographische Koordinatensystem innerhalb eines projizierten Koordinatensystems auch in NAD 1983 definiert sein, nicht in WGS84.
Vertikale Koordinatensysteme in einer globalen Szene müssen mit einer Ausnahme ellipsoidförmig sein. Sie können schwerkraftabhängig sein, wenn sie die gesamte Erdkugel umfassen. Beispiele für globale vertikale schwerkraftabhängige Koordinatensysteme sind EGM2008 Geoid und EGM96 Geoid.
Kartenprojektionen
Eine Kartenprojektion beschreibt, wie die Daten auf einer ebenen Fläche wie etwa auf einem Blatt Papier oder einem Bildschirm dargestellt werden. Mathematische Berechnungen werden in der Kartenprojektion verwendet, um das auf der geschwungenen Erdoberfläche verwendete Koordinatensystem in ein auf einer flachen Oberfläche verwendetes Koordinatensystem zu konvertieren.
In Map Viewer ist die Kartenprojektion durch die Projektion der Grundkarte definiert. Wenn Sie die Projektion der Karte ändern möchten, verwenden Sie eine andere Grundkarte.
Auswirkungen von Koordinatensystemen auf die Verwendung eines Layers
Wenn Sie Map Viewer oder Scene Viewer Layer hinzufügen, projiziert ArcGIS Online die Karten-Layer neu, sodass sie zusammen auf der vorhandenen Grundkarte angezeigt werden. Dabei wird die Projektion der Daten nicht verändert. Die Neuprojektion wird in der Karte oder Szene angewendet. Damit lassen sich Daten zwar leichter zusammen anzeigen, aber das hat negative Auswirkungen auf die Darstellungs-Performance, da Map Viewer oder Scene Viewer jedes Mal, wenn Sie einen Layer schwenken, zoomen oder neu darstellen, Berechnungen durchführen muss.
Bei bearbeitbaren Feature-Layern kann sich das Koordinatensystem negativ auf die Möglichkeiten der Editoren beim Platzieren oder Ändern von Features auswirken. Wenn es sich bei den Daten im Layer nicht um globale, sondern um regionale Daten handelt, speichern Sie sie in einem für die jeweilige Region geeigneten Koordinatensystem. In den USA werden beispielsweise State Plane-Koordinatensysteme definiert, die Daten so projizieren, dass sie der Form und Fläche eines Bundesstaates oder vordefinierter Zonen innerhalb eines Bundesstaates entsprechen.
In Scene Viewer bestimmt das Koordinatensystem der Grundkarte, ob die Szene, die Sie erstellen, eine globale oder lokale Szene ist. Weitere Informationen finden Sie unter Auswählen einer globalen oder lokalen Szene.
Identifizieren des Koordinatensystems eines Elements
Das für die folgenden Elementtypen definierte Koordinatensystem wird auf der Registerkarte Übersicht der Elementseite angezeigt:
- ArcGIS Server-Image-Services
- Gehosteter Feature-Layer
- Gehosteter Kachel-Layer
- Kartenbild-Layer
- Webkarte
Mithilfe dieser Informationen können Sie besser entscheiden, wie Sie die Daten am besten nutzen und ob Sie sie (sofern verfügbar) exportieren, transformieren und erneut veröffentlichen.
Diese Informationen sind in zukünftigen Versionen für weitere Elementtypen verfügbar.
Tipp:
Bei Layer-Elementtypen, bei denen diese Informationen derzeit nicht auf der Elementseite vorhanden sind, können Sie die Well-known ID (WKID) oder den Well-Known Text (WKT) des Koordinatensystems eines Service nachschlagen, indem Sie auf die Schaltfläche Anzeigen neben der URL des Elements im Abschnitt Details der Registerkarte Übersicht der Elementseite klicken. Mit der WKID oder dem WKT können Sie in einer Web-Suchmaschine nach dem Koordinatensystem suchen.
Wenn der Wert für Raumbezug auf der Seite "ArcGIS REST-Services-Verzeichnis" beispielsweise 102100 (3857) lautet, lautet die WKID des Koordinatensystems 3857.