Verwenden von Korrektur-Features

In ArcGIS Drone2Map werden aus Projekt-Bilddaten erstellte Punktwolken zur Generierung von 2D- und 3D-Produkten wie Höhenoberflächen, True-Ortho-Produkten und 3D-Meshes verwendet. Da die Punktwolke eine Schlüsselkomponente dieses Prozesses ist, können jegliche Anomalien der Punktwolke die Rekonstruktionsqualität beeinträchtigen. Schatten, Wolken oder eine fehlende Bildabdeckung können dazu führen, dass die Punktwolken-Features zu viele oder zu wenige Punkte aufweisen und verzerrt werden.

Sie können Korrektur-Features für diese mangelhaft rekonstruierten Flächen erstellen, die dann während der Vorverarbeitung verwendet werden, um die Ergebnisse des Produkts zu verbessern. Für die Punktwolke wird innerhalb der Grenzen des Korrektur-Features ein detaillierteres Resampling durchgeführt, indem für Punkte innerhalb des Korrektur-Feature-Bereichs festgelegt wird, dass nur unmittelbar angrenzende Punkte bei der Verarbeitung verwendet werden. Dies führt in der Regel zu saubereren Kanten zu Gebäuden und Features mit glatteren Oberflächen.

Korrektur-Features benötigen genaue Z-Werte, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Es gibt zwei Geometrietypen, die beim Zeichnen von Korrektur-Features verwendet werden können: 2D und 3D. Beim Zeichnen mit 2D-Geometrie verwenden Korrektur-Features das digitale Oberflächenmodell, das durch den Schritt "Blockausgleichung" erstellt wurde, um ihren Z-Wert (Höhe) zu beziehen. Korrektur-Features mit 3D-Geometrie werden als Multipatch gezeichnet und nutzen in der Regel das Mesh-Produkt für Z-Werte. Sie können jedoch auch das DEM verwenden, wenn der Stützpunkt an einer Stelle platziert wird, wo das Mesh nicht generiert wurde, z. B. unter einem Dachüberstand.

2D-Korrektur-Features

Korrektur-Features, die mit 2D-Geometrie gezeichnet werden, gelten für True-Ortho- und DSM-Produkte. Sie werden am besten verwendet, wenn Objekte korrigiert werden sollen, deren Rekonstruktion schwierig ist, z. B. mit Vegetation bedeckte Flächen oder komplexe Materialien. Sie können auch verwendet werden, um mögliche Lücken in einem resultierenden Produkt zu schließen. Wenn weiterhin Probleme mit Standardeinstellungen bestehen, wird durch Konfigurieren eines Projekts mit der Einstellung "Ultra" für die Punktwolkendichte auch ein Mesh generiert, das zum Korrigieren der Produkte während der erneuten Verarbeitung verwendet wird.

Ein Beispiel für 2D-Korrektur-Features ist das Zeichnen eines Korrektur-Features über einem Flachdach. Die Fläche innerhalb des Korrektur-Feature-Polygons wird geglättet, um eine einheitlichere Oberfläche zu erreichen.

Ergebnisse von Korrektur-Features

3D-Korrektur-Features

Korrektur-Features werden mit 3D-Geometrie gezeichnet und können verwendet werden, um vertikale Flächen in Meshes zu korrigieren. Sie funktionieren ähnlich wie 2D-Korrekturen, indem sie die Fläche abplatten und füllen, sodass das Mesh mit dem gezeichneten Feature übereinstimmt. Sie werden am häufigsten für Objekte verwendet, die stark reflektieren oder transparent sind, z. B. Fassaden und Dächer aus Glas, und für Oberflächen, die keine eindeutigen Texturen aufweisen.

Ein Beispiel für den Einsatz von 3D-Korrektur-Features ist das Korrigieren von Lücken, die in einem 3D-Mesh auftreten. In der Fläche innerhalb des vertikal gezeichneten Korrektur-Features werden Lücken gefüllt, und sie wird geglättet, sodass die Mesh-Textur dann auf die neue Geometrie abgestimmt ist.

Workflow für 3D-Korrektur-Features

Erstellen von Korrektur-Features

Erstellen Sie Korrektur-Features, die vor oder nach der Verarbeitung auf Produkte angewendet werden sollen.

Verwenden Sie das Werkzeug Korrektur-Feature erstellen, um dem Projekt manuell ein Korrektur-Feature hinzuzufügen.

  1. Klicken Sie auf der Registerkarte Startseite in der Gruppe Vorverarbeitung auf das Dropdown-Menü Korrektur-Feature.
  2. Verwenden Sie die Option Geometrietyp, um zu definieren, ob die Korrektur für 2D- oder 3D-Produkte vorgesehen ist.

    Hinweis:
    Vorhandene Korrektur-Features müssen gelöscht werden, bevor Sie den Geometrietyp ändern.

  3. Wählen Sie die Option Korrektur-Feature erstellen aus.

    Der Bereich Korrektur-Feature erstellen wird angezeigt. Abhängig vom verwendeten Geometrietyp wird die Karte in eine 2D- oder 3D-Karte geändert.

  4. Klicken Sie auf die Vorlage für Korrektur-Features, und zeichnen Sie neue Polygone über die zu korrigierenden Flächen.

    Hinweis:

    Für jeden Stützpunkt in einem Korrektur-Feature muss der Z-Wert auf die korrekte Höhe festgelegt sein, damit es zur tatsächlichen Form des Objekts passt (z. B. die Erstellung von zwei abgeschrägten Rechtecken für ein Dach), um optimale Ergebnisse zu erhalten. Z-Werte werden beim Zeichnen von Features automatisch eingetragen. Wenn Korrektur-Features nicht richtig verarbeitet werden, können die Z-Werte für Stützpunkte jedoch manuell angepasst werden. Die Schritte für diesen Prozess finden Sie unter Festlegen einer Höhe für 3D-Features.

  5. Stellen Sie die Polygone fertig, und speichern Sie sie.
  6. Klicken Sie auf die Registerkarte Startseite und in der Gruppe Verarbeitung auf die Schaltfläche Start, um die Verarbeitung zu starten.

Die gezeichneten Korrektur-Features werden während der Verarbeitung auf die Punktwolke angewendet, und die Punkte innerhalb der Korrekturfläche werden auf die höchste Dichte festgelegt.

Importieren eines Korrektur-Features

Importieren Sie ein Korrektur-Feature, das vor oder nach der Verarbeitung auf Produkte angewendet werden soll.

  1. Klicken Sie auf der Registerkarte Startseite in der Gruppe Vorverarbeitung auf das Dropdown-Menü Korrektur-Feature, und wählen Sie den Eintrag Korrektur-Feature importieren aus.

    Das Fenster Zu Feature-Class navigieren wird angezeigt.

    Hinweis:

    Wenn Sie eine 2D-Geometrie verwenden, können Sie Polygon-Feature-Classes importieren. Für eine 3D-Geometrie können Sie Multipatch-Feature-Classes importieren.

  2. Navigieren Sie zum Korrektur-Feature-Layer im Dateisystem, wählen Sie den Layer aus, und klicken Sie auf OK.

    Die Features werden in den Korrektur-Feature-Layer in der Gruppe Vorverarbeitung im Bereich Inhalt importiert.

Entfernen von Korrektur-Features

Um in das Projekt gezeichnete oder importierte Korrektur-Features zu entfernen, klicken Sie auf der Registerkarte Startseite in der Gruppe Vorverarbeitung auf das Dropdown-Menü Korrektur-Feature, und wählen Sie den Eintrag Korrektur-Feature entfernen aus.

Alle Korrektur-Features werden aus dem Layer des Korrektur-Feature-Projekts entfernt.

Verwenden von Korrektur-Features mit kachelbasierter Verarbeitung

Sie können Korrektur-Features in Kombination mit kachelbasierter Verarbeitung verwenden, um mangelhaft rekonstruierte Flächen zu reparieren. Zum Anwenden des Workflows für die kachelbasierte Verarbeitung gibt es zwei Methoden: zusammengeführt und nicht zusammengeführt. Bei Verwendung zusammengeführter Kacheln werden die Kacheln erneut verarbeitet, und das Produkt wird überschrieben, sodass es nur eine einzige Ausgabedatei gibt. Außerdem wird so weniger Speicherplatz benötigt. Bei Verwendung nicht zusammengeführter Kacheln werden die einzelnen Kacheln in einen Projektordner ausgegeben, und Sie können erkennen, welche spezifischen Kacheln aktualisiert wurden. Weitere Informationen finden Sie unter Kachelbasierte Verarbeitung.

Hinweis:

Die kachelbasierte Verarbeitung wird nur für True-Ortho-, DSM- und Punktwolkenprodukte unterstützt.

Um Kacheln im Produktordner anzuzeigen, muss die Verarbeitungsoption "Kacheln löschen" deaktiviert werden.